Was verstehen wir unter ‘sensitive zones’ – Zonen erhöhter Verletzlichkeit?

Die 59 Geschichten, die wir analysiert haben, sprechen eines oder mehrere dieser Themen an:

THE SENSITIVE ZONES

1.DER KÖRPER

Der Körper stellt als Objekt den Fokus medizinischer Untersuchungen dar, ist aber gleichzeitig auch ein Produkt unserer Kultur, der leicht zu Unterschieden und Herausforderungen im Umgang führen kann. Selbst wenn wir sagen, dass Kultur Abdrücke oder Spuren auf dem Körper hinterlässt, dann unterscheiden sich diese Spuren deutlich: unterschiedliche Kleidungsstile oder Arten, den Körper zu schmücken, wie Piercings, Tattoos, Schönheitschirurgie oder andere Rituale, in denen der Körper im Zentrum steht. All diese Beispiele zeigen, wie der Körper von Kultur geprägt wird, oder wie der französische Anthropologe und Soziologe David Le Breton[1] (geb. 1953) es formulierte, dass der ‚natürliche Körper‘ gar nicht existiert, sondern Kultur immer Spuren hinterlässt: entweder sie fügt etwas hinzu (Tattoos, Schmuck, Wunden, Narben, Make-up …) oder sie entfernt etwas (Beschneidung, Epilieren, Genitalverstümmelung, …) oder sie formt den Körper (Hals, Ohren, Lippen, Füße, Schädel …).

Im Gesundheitsbereich herrscht Diversität vor, wie Körper behandelt, ertastet oder berührt werden dürfen. Die Grenzen dessen, was man zeigen darf oder womit man sich wohlfühlt, variieren, sowie wo die Untersuchung stattfindet oder wie medizinisches Personal PatientInnen berühren darf (22 Besuch eines japanischen Gynäkologen, 17 Ausgrenzung).

Der Körper stellt das Zentrum jedes Gesundheitsverhaltens dar und Beschäftigte im Gesundheitsbereich müssen sich der Diversität der Körper ihrer PatientInnen bewusst sein (13 Die verlegene Hausärztin, 19 Die verzweifelte Frau): In einigen der Kulturschock-Geschichten ist der Körper ein Tabubereich und PatientInnen fühlen sich z.B. in einem Wartesaal nicht wohl, in dem auch andere PatientInnen warten (3 Urinprobe, 7 Nackt).

Das Tabu, unseren Körper zu enthüllen, stammt aus einer langjährigen religiös-geprägten Tradition, in der der Körper als ‚sündhaft‘ angesehen wird und daher unter Verschluss steht. Andere Theorien wie etwa die Terror Management Theory (Greenberg, 2012) zum Umgang mit Bedrohungen gehen davon aus, dass unsere Körper daran erinnern, wie nahe wir der Tierwelt sind und daher Anlassorte für Konflikte darstellen: um uns von der Tierwelt zu unterscheiden, wenden wir Strategien an, die unsere Instinkte übersteigen und geben Körperfunktionen kulturelle Bedeutung. Aus diesem Grund fühlen wir uns nackt unwohl, wenn wir in verwundbare Situationen geraten und wir unterdrücken unsere Körperfunktionen (z.B. Schnarchen, Furzen, Rülpsen, Schwitzen).

Hygiene:

Sanitäre Vorschriften sind im Gesundheitsbereich weit verbreitet, jedoch unterscheidet sich das kulturelle Verständnis davon, was wir als ‚schmutzig‘ empfinden höchstwahrscheinlich stark von Kultur zu Kultur (Douglas, 1985). In den Kulturschock-Geschichten über Hygiene finden sich demnach zwei Sichtweisen wieder: die medizinische, vorschriftengeprägte Sicht im Vergleich zur magisch-religiösen Sichtweise (47 Religion an den Docks, 38 Behaarter Patient).

Der Körper

Besuch eines japanischen Gynäkologen Geschichte 22
Urinprobe Geschichte 3
Nackt Geschichte 7
Religion an den Docks Geschichte 47
Sex mit Patienten Geschichte 10
Der Ganzkörperspiegel Geschichte 54
Behaarter Patient Geschichte 38
Ausgrenzung Geschichte 17
Die verzweifelte Frau Geschichte 19
Die verlegene Hausärztin Geschichte 13

[1] http://www.la-croix.com/Culture/Expositions/David-Le-Breton-Par-le-tatouage-chacun-se-bricole-un-mythe-personnel-2014-08-07-1189152

2.VORURTEILE, DISKRIMINIERUNG, KULTURALISIERUNG

Die Auswirkungen von verzerrter Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung kommt in allen Kulturschock-Geschichten zum Tragen, in manchen jedoch ist es das zentrale Thema. Genauer gesagt sprechen wir über verschiedene Formen von Vorurteilen, die uns zu bestimmten Verhaltensweisen motivieren. Unter Vorurteilen verstehen wir emotional aufgeladenes Verhalten gegenüber Mitgliedern anderer sozialer oder kultureller Gruppen.

Erwartungshaltung gegenüber Vorurteilen

In einigen Fällen wurden von Minderheiten Vorurteile ihnen gegenüber erwartet. Solche Erwartungshaltungen gab es im Fall eines HIV-positiven Patienten im Fall 2 Bakterien im Blut, um seine Erkrankung zu verschleiern. Im Fall 36 C wie C fühlte sich ein Patient der Roma und Sinti mit ansteckender Hepatitis C diskriminiert, da er dachte, der Buchstabe C in Hepatitis C beziehe sich auf ‚Zigeuner‘ im ungarischen Wort „cigany“.

Vorurteile des Gegenübers

Vorurteile werden nicht nur erwartet, sondern manifestieren sich mit der Zeit, und diese Manifestationen können sich in Anspielungen oder direkten verbalen Angriffen ausdrücken. Im Fall 13 Die verlegene Hausärztin trifft eine Patientin mit einer körperlichen Behinderung auf eine Vertretungsärztin, die von ihrer Behinderung überrascht und unangenehm berührt ist und damit nicht umgehen kann.

Kulturtransfer und kulturelle Blindheit – Fehlinterpretation von Kultur

Ein oberflächliches oder unreflektiertes Bewusstsein über kulturelle Differenzen kann dazu führen, dass Kultur als Erklärung für etwas herangezogen wird, wofür eigentlich andere Erklärungen – wie die Persönlichkeit oder situative Gründe – vordergründig wären. Solche Fehleinschätzungen können dann besonders gefährlich sein, wenn die Erklärung dazu führt, dass eine Handlung unterlassen wird. Im Beispiel 50 Häusliche Gewalt entscheidet die beteiligte Sozialarbeiterin, nicht zu agieren, als ihnen eine britische Frau mit indischen Wurzeln erklärt, sie würde von ihrem Mann missbraucht werden, da sie eine kulturelle Ursache für den Missbrauch vermutete und es nicht „schlimmer“ machen will.

Das Gegenteil ist in diesem Beispiel der Fall: Kulturelle Praktiken können manchmal als Persönlichkeitsmerkmale fehlinterpretiert werden. Im Fall 29 Baby Massage werden die energetischen Bewegungen einer afrikanischen Mutter, die gerade ihr Baby massiert, von der Sozialarbeiterin als aggressives Verhalten ausgelegt.

Beide Fehleinschätzungen können als fundamentale Zuschreibungsfehler bezeichnet werden (Ross, 1977).

Diskriminierung

Selbst wenn offene Manifestationen und Diskriminierungen weniger häufig vorkommen als latente Fehleinschätzungen, können sie dennoch vorkommen – und zwar auf beiden Seiten: Personal und PatientInnen. Der Schweregrad der Situation wird dadurch bestimmt, inwiefern das Vorurteil zu diskriminierender Handlung führt. Im Fall 12 Beleidigungen wird ein Pflegehelfer in Ausbildung mit Migrationshintergrund mit unfairem, diskriminierendem Verhalten seiner klinischen Supervisorin während der Ausbildung konfrontiert. Sie beleidigt ihn mehrfach in Gesprächen und er will seinen Ausbildungsplatz nicht verlieren.

Im Beispiel 15 Die Beschwerde beschwert sich die Tochter einer Patientin offiziell über eine dänischen Krankenschwester mit Migrationshintergrund, obwohl diese keinen Fehler gemacht zu haben scheint, außer eben ‚anders‘ zu sein. In der 42 Handschuhe Geschichte stellt eine angehende Gynäkologin geschockt fest, dass der Primar ihrer Abteilung in diesem Fall die Handschuhe zur Untersuchung der Patientin nur anzieht, weil er eine Frau mit Migrationshintergrund untersucht und sie als „unsauber“ bewertet.

Vorurteile, Diskriminierung, Kulturalisierung

C wie C Geschichte 36
Bakterien im Blut Geschichte 2
Die verlegene Hausärztin Geschichte 13
Häusliche Gewalt Geschichte 50
Baby Massage Geschichte 29
Die Beschwerde Geschichte 15
Beleidigungen Geschichte 12
Schwangere Frau in Lampedusa Geschichte 46
Unverantwortliche Eltern Geschichte 35

3. TOD UND TRAUERARBEIT

Der Tod ist eine schwierige Situation im Gesundheitsbereich, der vorsichtig und sorgfältig behandelt werden muss, da betroffene Personen besonders sensibel sind und der Moment bzw. die Rituale, die den Tod umgeben, unterschiedlich wahrgenommen werden. Weiters besteht ein Unterschied darin, wann medizinisch gesehen der Tod eintritt und wann Angehörige diese Information ‚verdaut‘ haben (1 Tod im Kreise der Familie, 55 Der letzte Kuss). Das Kommunizieren des Zeitpunkts des Todes ist an sich schwierig genug, nicht nur wegen der notwendigen Empfindsamkeit bei der Vermittlung einer solchen Botschaft, aber auch weil ein bestimmter Diskurs mit-kommuniziert wird: körperlicher / medizinischer Tod versus geistiger / spiritueller Tod. Wir haben herausgefunden, dass Herausforderungen nicht nur mit PatientInnen sondern auch mit Angehörigen auftreten und die eigene Angst vor dem Tod zum Thema werden kann. Eine Krankenpflegerin war geschockt, als die Frau eines Patienten, die noch nie eine Leiche gesehen hatte, einforderte, einen Leichnam zu sehen, damit sie die Erfahrung machen könne, einen Toten gesehen zu haben. (11 Eine türkische Familie im Hospiz).

Weil Menschen nicht dieselbe Vorstellung vom Tod haben, nicht denselben Umgang mit der Zeit danach pflegen und diese Gepflogenheiten kulturelle Unterschiede aufweisen, nimmt das Verhalten der Angehörigen nach dem Tod verschiedene Formen an, etwa bei einem Offenen Sarg. (58 Leiche eines Kindes).

Das Verständnis der PatientInnen und der Angehörigen ist essentiell und es kann sein, dass es schwierig ist, über den Tod zu sprechen, vor allem, wenn verschiedene Kulturen aufeinandertreffen oder Angehörige keine Möglichkeit hatten, sich auf den Tod vorzubereiten (55 Der letzte Kuss).

Tod, Trauerarbeit

Eine türkische Familie im Hospiz Geschichte 11
Party in der Leichenhalle Geschichte 28
Leiche eines Kindes Geschichte 58
Der letzte Kuss Geschichte 55

4. INDIVIDUALISMUS, KOLLEKTIVISMUS, ROLLE DER FAMILIE

In der europäischen Gesellschaft ist Individualismus ein hoher Wert, d.h. wir entscheiden, was das Beste für uns und unsere Familien ist. Unsere Bedürfnisse stehen über jenen der Gemeinschaft, Nachbarschaft oder Gesellschaft, in der wir leben. In anderen Gesellschaften dominieren eher kollektive Werte und individuelle (Entscheidungs-)Freiheit ist weniger wichtig als kollektive Beziehungen und sozial erwünschtes Verhalten.

Individualismus: Vorliebe für ein loses soziales Netz, in dem Einzelpersonen lediglich für sich selbst und ihre engsten Familienmitglieder sorgen. Das Gegenteil, Kollektivismus, stellt eine Präferenz für ein enges soziales Netz dar, in dem sich Einzelpersonen um andere Familienmitglieder, Bekannte und andere zugehörige Gruppenmitglieder sorgen – und das im Austausch für uneingeschränkte Loyalität. Diese Wertehaltungen in Gesellschaften äußern sich in einer ich-bezogenen oder wir-bezogenen Haltung gegenüber anderen.” (Hofstede, 1998).

Wenn ein/e Patient/in ins Krankenhaus aufgenommen wird, ist Familienunterstützung wesentlich, kann aber auch schnell zu einer Überpräsenz der Familie im Krankenzimmer oder zu Störungen in der Behandlung des Patienten führen. Außerdem ist die Familie eine variable Größe, die jederzeit mit anderen Personen erweitert werden kann – auch außerhalb der Verwandtschaft (14 Heimpflege einer Romafamilie, 33 Aufstand in der Notaufnahme, 9 Die analphabetische Frau, 37 Hühnereintopf für Oma).

Wenn es den PatientInnen nicht möglich ist, zu kommunizieren, oder sie als GesprächspartnerInnen nicht zur Verfügung stehen, dann müssen die Beschäftigten im Gesundheitsbereich exklusiv mit der Familie sprechen. Daher ist es notwendig zu verstehen, wie die Familie oder die erweiterte Familie organisiert ist, und welche Rolle die Mitglieder in der Kommunikation und Entscheidungsfindung spielen (24 Ein voller Untersuchungsraum, 19 Die verzweifelte Frau, 35 Unverantwortliche Eltern).

Traditionelle, normative Familienrollen

Kulturelle Unterschiede zwischen dem Personal im Gesundheitsbereich und PatientInnen sind alltäglich und haben Einfluss auf die Behandlungssituation. Eine Ärztin ist beispielsweise innerhalb des Krankenhauses sehr wohl für ihre PatientInnen verantwortlich, aber außerhalb des Krankenhauses ist diese Verantwortung eingeschränkt (39 Undankbarer, obdachloser Patient). Wir haben in den Kulturschock-Geschichten Unterschiede in der erwarteten Verantwortung zwischen Personal, PatientInnen und Angehörigen gefunden. Das Personal  beobachtet oftmals mangelndes Interesse der Angehörigen für die PatientInnen und sogar das Fehlen von Verantwortungsgefühl, jedoch hat das Personal keinerlei Spielraum, etwas für die PatientInnen zu verändern (35 Unverantwortliche Eltern, 5 Vater und Sohn, 45 Verantwortung der Eltern, 15 Die Beschwerde), denn Familienrollen sind sozial ausgehandelte Rollen, d.h. es gibt spezifische Erwartungen daran, was in Familienbeziehungen erwartet und angebracht ist, und was nicht.

Individualismus, Kollektivismus, Rolle der Familie

Heimpflege einer Romafamilie Geschichte 14
Hühnereintopf für Oma Geschichte 37
Ein voller Untersuchungsraum Geschichte 24
Verantwortung der Eltern? Geschichte 45
Vater und Sohn Geschichte 5
Behandlungspause Geschichte 41
Die analphabetische Frau Geschichte 9
Die verzweifelte Frau Geschichte 19

5. GESCHLECHTERROLLEN

Hofstede folgend (1998) unterscheiden sich Gesellschaften wesentlich darin, wie sie Geschlechterrollen interpretieren – so sehr, dass oft von der ‚Tabudimension Geschlecht‘ (Council of Europe, 2016) gesprochen wird. Den Ergebnissen seiner Forschung zufolge können kulturelle Tendenzen wie folgt gemessen werden:

  • Orientierung an klassisch männlichen oder weiblichen Werten (wie ‚männliche Durchsetzungsfähigkeit‘ oder ‚weibliche Pflege‘)
  • Vorliebe für mehr oder weniger Differenzierung der Geschlechterrollen und Zuschreibungen zu Geschlechterrollen

Hofstede (1998) fand auch heraus, dass diese beiden Punkte in dieselbe Richtung deuten: Kulturen mit einer Tendenz hin zu weiblichen Werten interpretieren Geschlechterrollen eher als egalitär und geschlechterübergreifend, während Kulturen mit der Tendenz hin zu eher männlichen Werten eher zu getrennten Geschlechterrollen und manchmal auch zu einer räumlich-körperlichen Trennung zwischen Mann und Frau tendieren.

Dieser Unterschied kann auf drei Ebenen beobachtet werden:

  • Unterschied in der Selbstdarstellung, Kleidungsnormen und Kommunikationsregeln:

Geschlechtergerechtigkeit bedeutet eine gleichberechtigte Sichtbarkeit und Teilhabe beider Geschlechter in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens. Mit Geschlechtergerechtigkeit wird die vollständige Teilhabe von Frauen und Männern in der Gesellschaft unterstützt, obwohl einige Gesellschaften Männern immer noch höhere Machtpositionen einräumen als Frauen (8 Hände schütteln, 21 Beratung in einer Burqa).

  • Räumlich-körperliche Trennung:

Diese räumliche Ausprägung von Geschlechterrollen kann dazu führen, dass sich Mann und Frau nicht im selben Raum aufhalten dürfen, wenn keine dritte Person anwesend ist (44 Ich will keine Frauen dabei haben, 23 Die Periode).

  • Rollenverhalten und Machtverhältnisse:

Unter ‚Gender‘ verstehen wir “sozial-konstruierte Erwartungshaltungen, Verhaltensweisen und Aktivitäten von Frauen und Männern, die ihnen aufgrund ihres Geschlechts zugeschrieben werden”. Soziale Erwartungen an die beiden Geschlechterrollen sind abhängig vom sozio-ökonomischen Umfeld, politischen und kulturellen Kontextfaktoren und anderen Faktoren wie Hautfarbe, Herkunft, Bildungshintergrund, sexuelle Orientierung und Alter. Geschlechterrollen werden somit erlernt und unterscheiden sich wesentlich zwischen Gesellschaften (34 Muttermalentfernung). Sie verändern sich mit der Zeit. In 53 Kein Mitspracherecht möchte eine Krankenschwester ihrer Patientin zu mehr Mitspracherecht verhelfen, indem sie ihr hilft, ihre Wünsche mitzuteilen – sie geht davon aus, dass die Patientin das aus einem Mangel an Emanzipation nicht tut.

Geschlechterrollen

Muttermalentfernung Geschichte 34
Hände schütteln Geschichte 8
Ich will keine Frauen dabei haben Geschichte 44
Kein Mitspracherecht Geschichte 53
Die Periode Geschichte 23

6. HIERARCHIE UND MACHTNÄHE

Diese Dimension spricht an, in welchem Ausmaß schwächere Personen ungleiche Machtverhältnisse akzeptieren oder erwarten. Es geht darum, wie in Gesellschaften mit Ungleichheiten zwischen Menschen umgegangen wird. Menschen, die sehr weit von der gesellschaftlichen Macht entfernt sind, akzeptieren oft eine hierarchische Ordnung, in der jede/r einen Platz hat und fordern keine weiteren Erklärungen. In anderen Fällen mit weniger Distanz zur Macht kann es vorkommen, dass eine gleichförmige Verteilung von Machtverhältnissen anstrebt und gefordert wird und für Gerechtigkeit gekämpft wird.

Der Gesundheitsbereich als Arbeitsfeld weist eine hohe Hierarchisierung auf. Regeln und Verantwortungsketten sind klar festgelegt. Trotz dieser klaren Spielregeln haben wir festgestellt, dass die Hierarchien dennoch zu Verwirrung, Missverständnissen und Unklarheiten führen können.

Beziehungen mit PatientInnen: Im Gesundheitsbereich hat das Personal eine Autoritätsstellung inne, die mit Prestige und Statussymbolen einhergeht (z.B. Kleidung, weißer Kittel, Diplome, etc.). Es verfügt über Wissen, über das PatientInnen nicht verfügen und steht damit in der Hierarchie über den PatientInnen. Gemäß diesem Verständnis haben PatientInnen gewisse Erwartungen, wie sich Personal ihnen gegenüber verhält und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, dann kann das zu Schock (52 Programm zum Alkoholentzug, 13 Die verlegene Hausärztin) oder einer negativen Reaktion führen (39 Undankbarer, obdachloser Patient).

Der Beruf der ÄrztInnen ist per Definition einer, in der eine asymmetrische Beziehung zwischen ÄrztInnen und PatientInnen vorherrscht. Diese Asymmetrien zeigten sich mehrfach in den von uns analysierten Kulturschock-Geschichten: Die Distanz, die zwischen ÄrztInnen und PatientInnen in einem Gespräch entstehen kann, das in medizinischer Fachsprache geführt wird, kann zu Missverständnissen führen, da sich viele Familien nicht zutrauen, nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstehen oder etwas vor den ÄrztInnen zu wiederholen (34 Muttermalentfernung).

Beziehungen zu KollegInnen: Die Beziehungen zu KollegInnen sind im Gesundheitsbereich ebenso von klaren Organisationsstrukturen und Hierarchieebenen geprägt (10 Sex mit Patienten). Höhere Positionen können ausgenutzt werden, vor allem wenn sich Personen in Ausbildung befinden (12 Beleidigungen). Machtunterschiede zeigen sich deutlich zwischen ausgebildeten ÄrztInnen und FamulantInnen.

 

Hierarchie und Machtnähe

Programm zum Alkoholentzug Geschichte 52
Undankbarer, obdachloser Patient Geschichte 39
Sex mit Patienten Geschichte 10
Beleidigungen Geschichte 12
Die verlegene Hausärztin Geschichte 13

7. SELBST-SCHOCK, BEDROHUNG DES SELBSTBILDES

Die meisten Kulturschockerlebnisse bedrohen auf gewisse Weise unsere Identität und zeigen uns ein negatives Selbstbild – entweder wenn negative Gefühle von uns selbst ausgehen oder wenn andere ein negatives Bild wie ein Spiegelbild auf uns reflektieren. In manchen der Beispiele ist es den ProtagonistInnen unmöglich, ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten – das kompetente wissende, höfliche, moderne, … Selbst. Diese verschobenen Selbstbilder kommen vielleicht erst auf den zweiten Blick an die Oberfläche (z.B. erst nach Beobachtungen über Religion oder Geschlechterunterschiede), aber wir glauben, dass diese Veränderungen des Selbstbilds wichtige Informationen darüber bieten, wie die negativen Gefühle in Kulturschocksituationen zustandekommen.

Bedrohungen des Selbstbilds können auf PatientInnen-Seite als Folge von Vorurteilen oder Diskriminierung auftreten, wenn ein/e Patient/in plötzlich nur auf einen Aspekt seiner/ihrer Identität reduziert wird (51 Das Schinkensandwich, 13 Die verlegene Hausärztin). Spannungen können auch durch einzelne Aspekte einer Identität ausgelöst werden: Im Fall 23 Die Periode wird eine junge Frau mit indischen Wurzeln mit einem traditionellen Bild von indischen Frauen während der Menstruation konfrontiert – ein Bild, das sie selbst nicht teilt, es ihr aber aufgrund ihrer Herkunft übergestülpt wird.

Selbst-Schocks kommen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich in interkulturellen Arbeitssituationen sehr häufig vor, zum Beispiel in folgenden Kontexten (54 Der Ganzkörperspiegel, 40 Vorurteile beim Schwangerschaftsabbruch, 12 Beleidigungen):

Nähe von Identitäten

Im Beispiel (4 Einen Gleichaltrigen waschen) ist der Protagonist hin- und hergerissen zwischen seinen Rollen als Pfleger und Freund. Den Penis seines Patienten zu reinigen, könnte einen simplen Arbeitshandgriff darstellen und mit der nötigen professionellen Distanz ausführbar sein, doch es gibt zu viele Überschneidungspunkte zwischen ihm und seinem Patienten. Die professionelle Distanz und die Aufgaben werden daher unmöglich.

Keine Expertise, nur eine Frau

In Beispielen, in denen Geschlechterrollen eine Rolle spielen, finden wir häufig den Aspekt wieder, dass Beschäftigte auf ihr weibliches Geschlecht reduziert werden und PatientInnen es ablehnen, sich von einer Frau behandeln zu lassen. Es scheint, als würde ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Expertise mit einem Mal irrelevant werden und verschwinden – sie können die PatientInnen nicht behandeln (44 Ich will keine Frauen dabei haben).

Unfähigkeit, eine Aufgabe zu erfüllen

Kulturelle Unterschiede können dazu führen, dass eine medizinische Behandlung nicht angenommen wird, weil es der kulturelle Referenzrahmen des anderen nicht ermöglicht, die Behandlung zu akzeptieren.

Dies kommt sogar in lebensbedrohlichen Situationen vor (20 Zeugen Jehovas). In anderen Situationen ist es für SanitäterInnen unmöglich, ihre Aufgaben kompetent und effizient zu erfüllen, die mit ihrer Rolle als professionelle HelferInnen verbunden sind (1 Tod im Kreise der Familie).

 

Selbst-Schock, Bedrohung des Selbstbildes

Das Schinkensandwich Geschichte 51
Vorurteile beim Schwangerschaftsabbruch Geschichte 40
Der Ganzkörperspiegel Geschichte 54
Die verlegene Hausärztin Geschichte 13
Die Periode Geschichte 23
Beleidigungen Geschichte 12
Tod im Kreise der Familie Geschichte 1
Zeugen Jehovas Geschichte 20
Ich will keine Frauen dabei haben Geschichte 44
Einen Gleichaltrigen waschen Geschichte 4

8. RATIONALE UND RELIGIÖSE SICHTWEISEN

Ungefähr 15 der 50 Geschichten haben mit Religion oder einem übersinnlichen Glaubenssystem zu tun. Die Empfindlichkeit dieser Situationen hat zwei Gründe:

Erstens, wie auch die Terror Management Theorien (Goldenberg et al. 2006;  Greenberg, 2012) besagen, können Krankheiten dazu führen, dass man eine symbolische Verteidigung benötigt, um gegen bevorstehende Ereignisse oder den Tod anzukämpfen. In solchen Situationen können Schutzzonen durch einen aktiven Glauben aufgebaut werden. Die Nähe zu einer bedrohlichen Krankheit oder dem Tod führt selbst Menschen, die sich sonst nicht als religiös bezeichnen, zurück zu Religion oder einem aktiven Glauben. Zweitens, und dieses Argument geht auf Cohen-Emerique (2015) zurück, führen uns solche Situationen in einen archaischen Zustand, der sonst von der Moderne der Welt überdeckt wird. Die Rationalität der modernen Medizin und der medizinischen Wissenschaft werden oft als fortschrittlicher angesehen als frühere übersinnliche Rituale oder Bräuche. Dementsprechend wird in den Geschichten, in denen Religion oder Übersinnliches eine Rolle spielt, oftmals mit Irrationalität argumentiert. Wir haben drei Arten identifiziert, wie Religion oder Übersinnliches zu einer Quelle für einen Kulturschock werden kann:

Prioritäten

Religion kann manchmal die Prioritäten von Personal im Gesundheitsbereich auf den Kopf stellen (56 Freitagstermine, 57 Der Medikamenten-Zeitplan). In 20 Zeugen Jehovas wird der Arzt von Angehörigen der Zeugen Jehovas informiert, dass der Sohn keine Bluttransfusion erhalten kann, auch wenn es um Leben oder Tod geht. Für die Familie würde eine Abkehr von den Grundwerten ihrer Religion bedeuten, sich symbolisch von Gott und auch ihrer Community zu entfernen, was eine größere Bedrohung darstellt, als der Tod. Für den Arzt ist ohne Zweifel genau das Gegenteil der Fall.

Religiöse Bräuche und Rituale in allen Kontexten aufrechterhalten

Religion oder Glauben einen Platz im (öffentlichen) Leben zu geben, kann in manchen Kontexten als Verstoß gegen die Rationalität ausgelegt werden. In manchen Gesellschaften, wie etwa in Frankreich, herrscht eine klare Trennung von Staat und Kirche vor – und diese ist auch gesetzlich verankert, d.h. es gibt ein Gesetz, das vorsieht, dass Religion und Glaube im öffentlichen Raum keine Rolle spielen bzw. ausgelebt werden dürfen. Selbst wenn es aber keine expliziten gesetzlichen Regelungen gibt, könnten Religion und Glauben sozial-politisch in den privaten Bereich oder an bestimmte Orte wie Kirchen oder Glaubensgemeinschaften zurückgedrängt werden. Die kulturelle Praxis, Religion und Glaube räumlich überall auszuleben, ist eine völlig andere Art zu leben / ein völlig anderes Paradigma. In den Beispielen 25 Grobes Salz und 58 Leiche eines Kindes finden religiöse Rituale im Krankenhaus statt, als Reinigungsritual im ersten Beispiel und als Trauerritual im zweiten Beispiel. In beiden Fällen wird der rationale, geordnete, wissenschaftliche Raum des Krankenhauses transformiert und von Symbolik mit einer ganz anderen Logik aufgeladen.

Auswirkungen auf soziale Rollen und Geschlechterrollen

Nicht nur religiöse Praktiken dringen in den Krankenhausalltag ein, sondern auch religiös-geprägte Vorstellungen darüber, wie man miteinander umgehen soll. Im Fall 21 Beratung in einer Burqa etwa bedroht der Wunsch, die Geschlechter zu trennen, und die Weigerung des Personals, auf diesen Wunsch einzugehen, die Krankenbehandlung an sich und ob diese überhaupt stattfinden kann.

Rationale und religiöse Ansichten

Zeugen Jehovas Geschichte 20
Grobes Salz Geschichte 25
Leiche eines Kindes Geschichte 58
Beratung in einer Burqa Geschichte 21
Freitagstermine Geschichte 56
Der Medikamenten-Zeitplan Geschichte 57

9. GESUNDHEIT, GESUNDHEITSSYSTEM, KRANKENHAUS

Medizinische Behandlung

Die Gründe dafür, warum PatientInnen eine Behandlung ablehnen, sind vielfältig. Es können religiöse Gründe sein oder andere Gewohnheiten. Es braucht dann Pragmatismus, einen guten Kommunikationsfluss und eine aktive Haltung, um diese Situationen zu bewältigen (59 Die Naturalistinnen, 57 Der Medikamenten-Zeitplan, 6 Der Lehrer, 19 Die verzweifelte Frau).

Ethik

Der Gesundheitsbereich erfordert Anpassungsfähigkeit an Situationen, um neutral, professionell und effizient zu bleiben und PatientInnen nicht fehlzubehandeln (13 Die verlegene Hausärztin). Dies trifft auch auf Angehörige zu und vor allem auf Situationen, die als schwerwiegend oder besonders ernst einzustufen sind (20 Zeugen Jehovas).

Nutzung von Räumen

In einem Krankenhaus oder einer anderen medizinischen Einrichtung (Hospiz, Ambulanz, Altersheim, …) hat Raum die Funktion, PatientInnen oder Personal dabei zu helfen, ihre Arbeit so gut wie möglich zu verrichten. Nichtsdestotrotz können die Vorstellungen darüber, wie Räume benutzt werden, erheblich von einer Person zu anderen variieren (25 Grobes Salz, 3 Urinprobe, 30 Die Pflichten einer Frau). Gerade deshalb müssen gewisse Regeln eingehalten werden und auch Angehörigen und BesucherInnen erklärt werden, um weiterhin dort zum Beispiel Behandlungen durchführen zu können (33 Aufstand in der Notaufnahme).

Gesundheit, Gesundheitssystem, Krankenhaus

Die Naturalistinnen Geschichte 59
Der Medikamenten-Zeitplan Geschichte 57
Die Pflichten einer Frau Geschichte 30
Aufstand in der Notaufnahme Geschichte 33
Urinprobe Geschichte 3
Grobes Salz Geschichte 25
Der Lehrer Geschichte 6
Die verzweifelte Frau Geschichte 19
Die verlegene Hausärztin Geschichte 13
Zeugen Jehovas Geschichte 20

10 KOMMUNIKATION

Kommunikation ist eine Querschnittsmaterie, die sich in allen Kulturschock-Geschichten wiederfindet.

Wenn wir an Kommunikation im Gesundheitsbereich denken, dann denken wir nicht nur an die drei Komponenten, die unten aufgelistet sind, sondern auch die Auseinandersetzung mit dem Kontext und mit der dominierenden Art der Kommunikation in einem Setting. Im Gesundheitsbereich werden neben der verbalen Kommunikation auch eine Reihe anderer Kommunikationsmittel verwendet, um eine Botschaft zu vermitteln, etwa Schilder, der Körper als Kommunikationsmittel oder nonverbale Kommunikation. Auch die Anordnung von Möbeln, Dekoration, Kleidung und ähnlichen Artefakten sind notwendig, um Botschaften dekodieren zu können. Wenn uns diese Kodes nicht vertraut sind, dann kann es zu Missverständnissen kommen, wie in dem Fall eines Patienten, der eine Urinprobe in einem Wartezimmer abgeben sollte, aber ohne weitere Hinweise darauf, dass es dazu die Toilette benutzen sollte, also einen bestimmten Raum, und der Patient daraufhin nicht wusste, wo er diese Tätigkeit verrichten sollte (3 Urinprobe).

Wir teilen Kommunikation in drei Ebenen ein:

Inhaltsebene (Was?)

Der Inhalt hängt von der Interaktion der SenderInnen, EmpfängerInnen und dem Kontext der Botschaft ab. Die Bedeutung des Gesagten wird gemeinsam konstruiert und ausgehandelt. Damit geht eine aktive Rolle des Empfängers hervor, der die Botschaft interpretiert; der Bedeutung von Filtern und Referenzrahmen in der Kommunikationssituation kommen besondere Bedeutung zu. Wenn die Referenzrahmen für das Gespräch unterschiedlich sind, werden einzelnen Aussagen unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben. (39 Undankbarer, obdachloser Patient, 32 Besorgen Sie mir eine Frau!).

Beziehungsebene (Mit wem?)

Es gibt verschiedene Regeln in Beziehungen, die beeinflussen, wie wir andere sehen und wie sie uns sehen. Diese Regeln können formal geregelt sein, wie Höflichkeitsnormen, und haben eine Einfluss darauf, wie wir mit anderen in Beziehung treten. Wie Beziehungen gestaltet werden können, hängt teilweise von anderen Aspekten ab als nur zwischenmenschlichen, wie z.B. ein Machtgefälle in der Beziehung, eine Abhängigkeit zwischen zwei Personen oder die gesellschaftliche Tendenz zum Individualismus. Auf Basis solcher Aspekte ändern wir zum Beispiel, wie wir verschiedene Personen begrüßen, oder wie wir Nähe und Distanz wahrnehmen (17 Ausgrenzung). Wenn eine Person einem zu nahe kommt, wird das womöglich als aggressiv wahrgenommen (29 Baby Massage). Eine Person, die flapsig mit uns spricht, wird vielleicht als respektlos eingestuft etc. (31 Arabischer Hausarzt)

Kommunikationswege (Wie?)

Verbale Kommunikation:

Beinhaltet das Reden, den Gebrauch von Metaphern, Bildsprache, Idiomen etc.

Para-verbale Kommunikation:

Ton, Intonation, Lautstärke, Rhythmus, Stille, Pausen, Füllwörter und Geräusche (ähhhm)

Non-verbale Kommunikation:

  • Kinesik: Gestik, Körperhaltung. In “13 Die verlegene Hausärztin” treffen wir auf eine Allgemeinmedizinerin, die nicht erwartet hat, auf eine Person mit einer Behinderung zu treffen und ihr Erstaunen nicht verbergen kann. Der Erzähler sagt: “Ihre ganze Körpersprache deutet aus irgendeinem Grund darauf hin, dass ihr meine Behinderung unangenehm ist. Sie ist geschockt und völlig überrascht.
  • Haptik: Körperkontakt, Berührung
  • Nähe: das Abstimmen der körperlichen Nähe auf die soziale Beziehung und die Situation. Wir halten nicht denselben Abstand zu eine Person, mit der wir intim sind oder mit der wir zusammenarbeiten. Wenn der persönliche Nahraum einer Person verletzt wird, dann kann dies als Eindringen in die Intimsphäre verstanden werden und unangenehme Gefühle auslösen. In “14 Heimpflege einer Romafamilie” erzählt die Gemeindeschwester: “Als ich dort bei der Familie angekommen bin, hat sich die kleine Tochter schon an der Türschwelle in meine Arme geworfen und versucht, mich zu umarmen und zu küssen. Ich war überrascht, denn meistens begegnen mir Patienten und ihre Familien nicht so wie nahe Freunde oder Familie”.
  • Aussehen: sich selbst präsentieren
  • Zeitverwendung: Verwendung von Zeit und Rhythmus
  • Kontextuelle Kommunikation: Verwendung von Objekten zur Kommunikation (27 Smartphones)

 

Kommunikation

Undankbarer, obdachloser Patient Geschichte 39
Besorgen Sie mir eine Frau! Geschichte 32
Arabischer Hausarzt Geschichte 31
Baby Massage Geschichte 29
Urinprobe Geschichte 3
Die verlegene Hausärztin Geschichte 13
Heimpflege einer Romafamilie Geschichte 14
Smartphones Geschichte 27
Ausgrenzung Geschichte 17
 Zeugen Jehovas Geschichte 20